Freitag, 21. Januar 2011 um 14:18

poppy








Will mit seiner Mannschaft „ganz oben mitspielen": Höntrops Trainer Thomas Baron (Bild) liegt mit seiner Mannschaft nach der Hinrunde aussichtsreich auf Platz drei. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Mit „kleineren Startproblemen" ging der SV Höntrop in die Saison, obwohl sich vor der Spielzeit die Konkurrenz einig war, dass die Rothosen um den Aufstieg mitspielen würden. Mit dem dritten Tabellenplatz und nur einem Punkt Rückstand auf den Tabellenführer scheint sich dies nun zu bestätigen. Die wechselhaften Leistungen zum Auftakt findet Trainer Thomas Baron normal: „Wir mussten die Zugänge integrieren und jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, die er der Mannschaft erst einmal klarmachen muss."


So hätte sein Team auch recht bald die richtige Einstellung an den Tag gelegt: „Absoluten Siegeswillen. Und den Zahn, dass man gegen einige Mannschaften auch mit angezogener Handbremse spielen kann, habe ich ihnen gezogen." So überrascht es auch nicht, dass die Höntroper seit dem achten Spieltag ungeschlagen sind und nur einmal nicht über Remis hinaus kamen (3:3 gegen Adler Riemke). Jetzt hofft der Übungsleiter, „dass jeder erkannt hat, dass wir ganz oben mitspielen können. Wir haben es selbst in der Hand." Zwar ist der Aufstieg, dem Zwei-Jahresplan der Höntroper folgend, erst für 2012 eingeplant. Doch Baron weiß: „Wenn man so ein Hoch hat, kann das auch zum Selbstläufer werden."

Nachdem die Lernprozesse, die am Anfang der Saison noch stattfinden mussten, jetzt weitestgehend abgeschlossen zu sein scheinen, sei sein Team nun an einem Punkt, „an dem Zeit eine Rolle spielt." Zwar könne es jederzeit schnellen und attraktiven Fußball spielen. Aber man müsse nicht immer blind nach vorne rennen, sondern auch Geduld beweisen. Dies beherrscht kein Höntroper besser, als Libero und Ex-Profi Carsten Wolters. Dessen Erfahrung erlaubt es ihm, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Diese Sicherheit entlaste die anderen Verteidiger enorm, so Baron, weil sie sich ganz auf ihren Gegenspieler konzentrieren könnten: „An ihm richten sich die anderen auf." Einen ähnlichen Luxus genießen sonst nur Union Bergen mit Dariusz Wosz und Amacspor Dahlhausen mit Willi Landgraf.

Obwohl die Entwicklung der Höntroper alles in allem eine kontinuierliche war, macht Baron doch drei Schlüsselspiele aus: die Partien gegen Bergen, Wanne 11 und den FC Neuruhrort. Alle Spiele gewannen die Höntroper mit 2:1 und schlugen damit den Tabellenersten, -zweiten und ihren stärksten Lokalrivalen. Geschlagen geben mussten sie sich bisher nur dem Aufsteiger aus Rotthausen und dem Absteiger Kornharpen in ihren Sturm- und Drang-Phasen zu Saisonbeginn sowie dem PSV Bochum.
Hülsebusch und Baron wieder gesund

Personell haben die Höntroper mit Sebastian Ruck vom SWE nochmals aufgerüstet und erwarten auch die genesenen Tim Hülsebusch und Chris Baron zurück.

Thomas Baron selbst kam vor der Saison von SW Eppendorf, dem Verein, den er in seiner über vierjährigen Schaffenszeit aus der Kreisliga in die Landesliga geführt hat, um eine neue Herausforderung zu finden. Und auch seine persönliche Bilanz fällt positiv aus: „Die Herausforderung ist da und wir liegen gut in unserem Zwei-Jahresplan."

Vor seiner Verpflichtung hätte er sich viel mit dem Verein beschäftigt. Nicht nur mit der ersten Mannschaft sondern auch der Jugendarbeit und den Zielsetzungen des Gesamtvereins. Die Vorbereitung scheint sich für alle Beteiligten gelohnt zu haben. Die Mannschaft steht sportlich gut da und der Trainer fühlt sich so wohl, dass er erklärt: „Ich könnte mir auch gut vorstellen, deutlich länger hier zu bleiben, als zwei Jahre und vielleicht sogar meine Karriere hier zu beenden."